Equinox ist die englische Schreibweise des lateinischen "Äquinoktium".

"Äquinoktium, Tagundnachtgleiche; Zeitpunkt, an dem die Sonne auf ihrer jährlichen scheinbaren Bahn, der Ekliptik, bei Frühlings- und Herbstbeginn den Himmelsäquator schneidet und an dem für alle Orte der Erde Tag und Nacht gleich lang sind." 

Tagundnachtgleiche findet im Frühjahr und im Herbst statt. Diese zwei Tage sind Wendepunkte im Jahreslauf da sich Licht und Dunkelheit nur an diesen zwei Zeitpunkten balancieren und nach dem Äquinoktium jeweils wieder die Oberhand gewinnen. In antiken Kulturen war Äquinoktium auch Synonym von Wendepunkt oder Neuanfang.

Nicht alleine das Naturphänomen des Äquinoktiums ist interessant, sondern auch die jeweiligen astronomischen und mathematischen Erkenntnisse die dadurch geprägt wurden, sind faszinierend. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Inkas bereits zu Ihren Zeiten präzise Erdbewegungen kannten und dank Ihrer grossen architektonischen Fähigkeiten Meisterwerke wie Machu Pitcchu erbauen konnten? Bestimmte Steingebilde wurden so errichtet, dass die Sonnenstrahlen während dem Equinox Day (der natürlich zu dieser Zeit nicht als solcher bekannt war) an jeden Bergspitz rund um Machu Pitcchu projiziert wurden. Die Funktionen der Tempel waren vielseitig: Nähe zu den "Götter" oder genaue Berechnung von Erntezeiten und Kalendertagen sind nur einige Beispiele davon.

Auch Maya-Kulturen haben diesen besonderen Tag für Ihre Rituale und Symbole ausgenützt. Gebäude wie der Sonnentempel in Palenque oder El Castillo in Chichen Itzá sind nur die bekanntesten übrig gebliebenen Gebilde. Wer an einem 21. März (Spring Equinox) oder 22. September (Fall Equinox) die Kombination aus Form, Stil, Funktion, Philosophie, Mathematik und Geometrie durch den Lichtschatten der Maya-Schlange erlebt hat, weiss von was wir sprechen.